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Heiligenlexikon

Heiligenlexikon

Hier wollen wir Ihnen, in Zukunft eine Übersicht der wichtigsten und populärsten Heiligen, Märtyrer und Eremiten geben. Angegeben sind die jeweiligen Attribute, die Patenschaften für Berufe, Stände und Städte sowie die Anrufungen.
Die Liste wird ständig ergänzt und erweitert.



Antonius von Padua

Fernandez Martin de Bulhorn wurde in Lissabon als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Mit 16 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr, studierte in Lissabon und später in Coimbra und wurde dann zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer reifte sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat er in Coimbra den Minderbrüdern des Ordens bei und nahm den Namen Antonius an.

1220 ging Antonius selbst nach Marokko, wurde aber durch Krankheit zur Heimkehr gezwungen, wobei ein Sturm ihn nach Sizilien verschlug. So nahm er 1221 in Assisi am Generalkapitel seines Ordens teil, dabei wurde seine Begabung als Redner entdeckt. Man beauftragte ihn 1222 bis 1224 in Rimini und Mailand mit dem Kampf gegen die Katharer. Seine franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung.

Attribute: mit dem Jesuskind, mit Fischen, mit Esel

Patron von Padua, Lissabon, Paderborn, Hildesheim; der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten; für Wiederauffinden verlorener Gegenstände, gute Entbindung, Altwerden und eine gute Ernte

Bauernregel: "Wenn an Anton gut Wetter lacht / St. Peter viel Wasser macht."
"Antoni, / vergiss den Lein nie!"


 

Apollonia

Apollonia wurde der Legende nach bei einem Pogrom von der aufgehetzten Menge zusammen mit anderen Christen verschleppt. Christen wurden damals aus den Häusern geholt, Wohnungen geplündert und zerstört. Von Apollonia berichtete Bischof Dionysius, dass ihr die Zähne ausgeschlagen und die Kinnlade zertrümmert wurde. Man drohte ihr mit Verbrennung auf dem Scheiterhaufen und verlangte, dass sie dem Glauben abschwöre. Apollonia aber stürzte sich nach dem Bericht von Augustinus laut betend freiwillig in die Flammen und verbrannte. Die Frage, ob diese Tat als Martyrium oder als Selbstmord zu werten sei, beschäftigte die junge Kirche. Die Stimme des gläubigen Volkes entschied: die Leute sahen in ihr eine Heilige.

Attribute: Zange mit Zahn, sich ins Feuer stürzend

Patronin der Zahnärzte, gegen Zahnschmerzen

Bauernregeln: "Ist's an Apollonia feucht, / der Winter sehr spät entfleucht."
"Kommt die Jungfrau Apollonia, / sind auch bald die Lerchen wieder da."


 

Barbara

Barbara war vielleicht Märtyrerin unter Galerius Valerius Maximinus, genannt Daja. Sie ist aber eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine der bekanntesten christlichen Heiligen.
Ausführlich berichten die Legenden von Barbaras Schönheit und ihrem scharfen Verstand. Eines Tages habe sie ihre Eltern gefragt, ob die Götter Menschen gewesen seien und warum man diese und nicht eine unsterbliche Gottheit anbete. Sie richtete in einem Brief ihre Fragen an Origines, der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war. Durch den Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort. Barbara bezeichnete den Besucher als Arzt, damit ihr Vater den Besuch zuließ; Valentinus belehrte und taufte sie.

Attribute: Turm mit drei Fenstern, Kelch und Hostie, Kanonenrohr, Fackel

Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Bauern, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen und Waffenschmiede; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod

Bauernregeln: "Nach Barbara geht's frosten an, / kommt's früher, ist nicht wohlgetan."


 

Bartholomäus

Bartholomäus war einer der zwölf Jünger Jesu (Markusevangelium 3, 14 - 19). Viele Bibelinterpreten identifizieren ihn mit Nathanael, einem gebürtigen Galiläer. Er wurde aus dem Kreise der Jünger Johannes' des Täufers am Jordan von Philippus unter seinem israelitischen Namen Nathanael von Kana zu Jesus geführt; dieser erkannte ihn als Mann "in dem kein Trug ist", denn er hatte gesehen, "wie du unter dem Feigenbaum warst" (Johannesevangelium 1, 45 - 48), d.h. als einen, der schon einen hohen Grad geistlicher Weisheit erreicht hat. Legenden sehen in ihm auch den Bräutigam der Hochzeit zu Kana (Johannesevangelium 2, 1 - 11). Als Nathanael wird er noch bei der Erscheinung des Auferstandenen am See Genezareth bezeichnet (Johannesevangelium 21, 2), in der Berufung der Apostel aber als Bartholomäus (Matthäusevangelium 10, 3).
Nach Pfingsten verkündete Bartholomäus der Überlieferung nach den Glauben in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er demnach eine hebräische Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterließ. Legenden weisen ihm auch die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zu, er heilte Kranke und Besessene.

Attribute: Messer, Buch, abgezogene Haut

Patron von Altenburg, Frankfurt/Main, Pilsen, Maastricht; der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder und Öl- und Käsehändler (in Florenz); gegen Haut- und Nervenkrankheiten und Zuckungen

Bauernregeln: "Zu Bartholomä liegts Grummet auf dem Heu."
"Gewitter um Bartholomä, / bringen Hagel und Schnee."
"Regen an St. Bartolomä / tut den Reben bitter weh."


 

Christophorus

Um das Leben des Christophorus ranken sich viele Legenden. Er soll nach östlichen Quellen ein hundsköpfiges Ungeheuer gewesen sein, das erst durch die Taufe die Sprache erlernte, den Namen Reprobus annahm, Soldat wurde und als Märtyrer hingerichtet worden sei. Möglicherweise ist der Text einer Handschrift "genere canaaneo", "aus chanaanäischem Geschlecht" als "canineo", "hundsartig", gelesen worden.
Nach dieser älteren Legende hatte Christophorus "auf wunderbare Weise" die Taufe empfangen und zog nun lehrend und predigend durch die Lande. Er kam zu einem König nach Lykien, wo er die Sprache nicht verstand und verwirrt darniederlag, als man ihn im Gebet fand. Durch dieses Gebet wurde ihm das Verständnis der Sprache erschlossen und er konnte nun auf dem Richtplatz den dort Gemarterten Worte der Stärkung zusprechen. Ein Richter schlug ihn, Christophorus steckte seinen eisernen Stab in den Boden, der grünte und blühte, dieses Wunder bekehrte 8000 Menschen.

Attribute: Riese mit Stab, Kind auf den Schultern

Patron des Verkehrs; der Furten, Bergstraßen, Fuhrleute, Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer, Seeleute, Pilger, Reisenden, Kraftfahrer, Chauffeure, Luftschiffer, Lastenträger, Bergleute, Zimmerleute, Hutmacher, Färber, Buchbinder, Schatzgräber, Obsthändler, Gärtner, Athleten; von Bergstraßen, Festungen; der Kinder, gegen Pest, Seuchen, unerwarteten Tod, Feuer- und Wassergefahren, Dürre, Unwetter, Hagel, Augenleiden, Zahnweh, Wunden.


 

Heinrich II. od. Henricus Imp.

Heinrich war der Sohn von Heinrich dem Zänkerer, dem sein Herzogtum Bayern wegen andauernder Querelen von König Otto weggenommen worden war. Heinrich kam in die Klosterschule von Hildesheim und sollte - wohl um ihn aus der Erbfolge auszuschalten - auf den geistigen Stand vorbereitet werden. Als er nach dem Tod seines Vaters 995 dennoch das Herzogtum Bayern übernahm, sorgte er sich engagiert um eine Erneuerung der Kirche und der Klöster. Er gründete das Bistum Bamberg, den Dom in Bamberg ließ er ab 1002 erbauen. Im selben Jahr wurde er als Nachfolger von Otto III. deutscher König. Sein Ziel war die Wiederherstellung des großen Frankenreiches; 1004 wurde er König von Italien.
1014, während des zweiten Zuges nach Rom, wurde Heinrich von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt. Er verstand seine Königsmacht als "von Gottes Gnaden" verliehen. Fortgesetzte Kämpfe an den Grenzen und im Inneren des Reichs hielten ihn in Atem.
Tiefe Frömmigkeit bewegte Heinrich zu reichen Gründungen und zu Stiftungen an Kirchen und Klöster, dabei förderte er die Reformen von Cluny. Mit dem Straßburger Münster eng verbunden, stiftete er nach einer ihn besonders ergreifenden Messe die Pfründe eines Domherrn als "Chorkönig", damit dieser ihn täglich vertrete. Die Legende sagt, er habe mit seiner Frau Kunigunde in Keuschheit gelebt; die Ehe blieb kinderlos. Bekannt ist die Legende vom Gottesurteil: Kunigunde wurde fälschlich des Ehebruchs beschuldigt und bezeugte dann ihre Unschuld, indem sie unverletzt über glühende Pflugscharen schritt.

Attribute: Kaiserkrone, Zepter, Kirchenmodell, Lilie

Patron von Bamberg und Basel


 

Johannes (von) Nepomuk

Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", wurde nach Studien der Theologie in Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. 1380 wurde er zum Priester geweiht und Pfarrer an der Galluskirche in Prag, wo er sich besonders um deutschstämmige Kaufleute bemühte. 1389 wurde er Generalvikar der Diözese Prag, die Auseinandersetzungen mit Wenzel IV., König von Böhmen und Deutschland und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, nahmen zu.

Kanonisation: Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.

Attribute: auf Brücken, Finger auf Mund

Patron von Böhmen; der Beichtväter, Priester, Schiffer, Flößer, Müller; der Brücken; des Beichtgeheimnisses; gegen Wassergefahren; für Verschwiegenheit

auernregeln: "Heiliger Sankt Nepomuk / treib' uns die Wassergüss' zurück."
Der Nepomuk uns das Wasser macht, / dass uns ein gutes Frühjahr lacht."


 

Katharina

Katharina ist eine legendäre Gestalt, sie wird erst ab dem 10. Jahrhundert erwähnt. In ihrer Gestalt vereinigen sich Schicksal und Wesenszüge der heidnischen Gelehrten Hypatia, die 415 durch Cyrill von Alexandria getötet worden war.
Der Legende nach war Katharina die Tochter des Königs Costus von Zypern. Als der Sohn des Kaisers die schöne, hochgebildete und unermesslich reiche Frau heiraten wollte, sah diese in einem Spiegel, dass ihr der Bewerber nicht an Adel, Schönheit, Reichtum und Weisheit entspreche. Auch andere Männer wies sie stolz ab. Ein Einsiedler wies sie auf Jesus Christus als den richtigen Bräutigam hin. Sie ließ sich taufen und erlebte in einer Vision, wie das Jesuskind ihr den Verlobungsring an den Finger steckte.

Attribute: zerbrochenes Rad, Buch, Krone, Schwert, zu ihren Füßen der überwundene Kaiser Maxentius, selten Lilie, Blume und ihr abgeschlagenes Haupt.

Patronin des Kantons Wallis, der Städte Sitten und Fribourg in der Schweiz, von Eindhoven in den Niederlanden, von Maaseik und den Gemeinden Sint-Katharina-Lombeek sowie Sint-Katelijne-Waver bei Antwerpen in Belgien; der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen; der Hochschulen und Bibliotheken; der Philosophen, Theologen und Gelehrten, Lehrer und Studenten, der Redner; der Krankenhäuser; der Wagner, Müller, Töpfer, Gerber, Spinner, Tuchhändler, Seiler, Schiffer, Buchdrucker, Sekretäre, Anwälte, Notare, Schuhmacher, Frisöre, Näherinnen, und aller Berufe, die mit Rädern zu tun haben; der Feldfrüchte; bei Migräne und Krankheiten der Zunge; für die Auffindung Ertrunkener

Bauernregeln: "Wie St. Kathrein / wird's Neujahr sein."
"Wie dieser Tage an Kathrein, / solch Wetter wird im Jänner sein."
"Wie's um Katharina: trüb oder rein, / wird auch der nächste Februar sein."
"Wie das Wetter an Sankt Kathrein, / wird es den ganzen Winter sein."
"Ist an Kathrein das Wetter matt, / kommt im Frühjahr spät das grüne Blatt."
"Der Konrad und auch die Kathrein, / die knien sich bald in den Dreck hinein."
"Schafft Katharina vor Frost sich Schutz, / watet man draußen lange im Schmutz."


 

Maria

Quelle für das Leben von Maria sind nicht nur die biblischen, sondern vor allem die apokryphen Evangelien, insbesondere das des Jakobus.
Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien der ihr trotz ihres Alters Nachkommen verheißende Engel. Das Kind Maria wurde geboren. Von Anna sorgfältig unterwiesen und dem Tempeldienst gewidmet, schritt die Dreijährige selbständig die Treppen empor, wo der Hohepriester sie mit den Tempelfrauen empfing - als Mariä Mariä Tempelgang ist diese Szene bekannt.

Attribute: mit Kind

Patronin der (katholischen) Kirche und der ganzen (katholischen) Christenheit; von Bayern und Lausanne; der Gastwirte, Köche, Kürschner, Tuchmacher, Töpfer, Schiffer, Lebkuchenbäcker, Seidenarbeiter, Essigbrauer; gegen Gewitter und Blitz; in allen Nöten


 

Matthäus

Matthäus war einer der Apostel, er hieß ursprünglich Levi. Die ersten drei Evangelien erwähnen, dass er Zöllner in der antiken Hafenstadt Kapernaom war - also einer der von den Juden verachteten - weil im Dienst der römischen Besatzungsmacht stehenden - Steuereintreiber. Markus nennt ihn "Levi, den Sohn des Alphäus" (Markusevangelium 2, 14), Lukas nennt ihn einfach "Levi" (Lukasevangelium 5, 27). Das Evangelium, das seinen Namen trägt, berichtet, wie Jesus ihn vom Zolltisch weg berief und mit ihm aß (Matthäusevangelium 9, 9). Aus seinem Beruf als Zöllner kann man schließen, dass Matthäus über eine gewisse Bildung verfügt haben muss. Den Namen Matthäus erhielt er von Jesus.

Attribute: Mensch oder Engel, denn er schilderte in seinem Evangelium das menschliche Sein Christi; Schwert

Patron von Salerno; der Bankangestellten, Finanz-, Steuer- und Zollbeamten; Wechsler und Buchhalter; gegen Trunksucht

Bauernregeln: "Matthäuswetter hell und klar / bringt guten Wein im nächsten Jahr."
"Ist Matthäus hell und klar, / gute Zeiten bringt's fürwahr."
"Tritt Matthäus ein / soll die Aussaat fertig sein."
"Wie es Matthäus treibt, / es vier Wochen bleibt."
"Tritt Matthäus stürmisch ein, / wird's bis Ostern Winter sein."
"Wenn Matthäus weint statt lacht / er aus dem Wein oft Essig macht."
"Wenn Matthäus freundlich schaut, / man auf gutes Wetter baut."


 

Paulus

Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Diese Gnade allein und nichts anderes lässt den Menschen leben, macht ihn wieder heil, rettet ihn. Auf diese Gnade hat der Mensch keinen Anspruch, er kann sie sich nicht durch Leistung verdienen. Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Paulus interpretierte den Kreuzestod Christi dahingehend, dass Gott Christus zum Sieger über die Macht der Sünde gemacht hat. Im Gegensatz zur seinerzeit herrschenden Vorstellung forderte er seine Zuhörer nicht auf, bestimmte Sünden zu bereuen, sondern vielmehr dazu, Gottes Sieg über alle Sünden durch das Kreuz Christi zu verkünden.

Attribute: Buch, Schwert

Patron von Rom, Umbrien, Malta, Kavala in Griechenland und Poznan/Posen in Polen; der Theologen und Seelsorger, Weber, Teppichweber, Zeltwirker, Korbmacher, Seiler, Sattler, Arbeiterinnen; der katholischen Presse; für Regen und Fruchtbarkeit der Felder; gegen Furcht und Angst, Ohrenleiden, Krämpfe, Schlangenbiss, Blitz und Hagel

Bauernregeln: "Schön zu St. Paul, " füllt Tasche und Maul."
"Peter und Paul / hat Wasser im Maul."
"Regnet es an Peter und Paul, / wird des Winzers Ernte faul."
Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul.
"Peter und Paul hell und klar / bringt ein gutes Jahr."


 

Petrus

Seine hervorragende Bedeutung erhielt Petrus durch die Lehre von der apostolischen Nachfolge, der zufolge alle Bischöfe von Rom, also alle Päpste, direkte Nachfolger des Petrus sind. Die Ostkirchen bestritten seit je her die Oberhoheit des römischen Bischofs. Auch die protestantische Reformation lehnte es ab, das Papsttum auf Petrus zurückzuführen.
Petrus' Patronat für Brückenbauer hat seine Grundlage in einem der Titel der Päpste als "Pontifex Maximus", "größter Brückenbauer". Petrus schließt in mittelalterlichen Darstellungen des Jüngsten Gerichts das Himmelstor, die Paradiesespforte, auf, der Schlüssel ist in den Darstellungen sein Attribut. Diese himmlische Rolle macht ihn auch zum "Wettergott": er entscheidet, ob die "Himmelsschleuse" zum Regnen geöffnet wird. Der Volksglaube hat Petrus hier an die Stelle des germanischen Gewittergottes Thor gesetzt, der auch das Wetter machte und die Wolkenschleusen öffnete. Petrus hat im Volksglauben - ob seines Berufes - enge Beziehung zum Wasser. Am Tage Peter und Paul darf man nicht in offenen Gewässern baden, da an diesem Tage das Wasser ein Opfer zu fordern pflegt.

Attribute: Schlüssel, Schiff, Buch, Hahn, umgedrehtes Kreuz

Patron von Rom, Trier und Poznan/Posen in Polen; der Päpste und Brückenbauer; der Reuigen, Büßenden, Beichtenden; der Metzger, Glaser, Schreiner, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Uhrmacher, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Steinhauer, Netzweber, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer und Schiffbrüchigen; der Jungfrauen; gegen Besessenheit, Fallsucht, Tollwut, Fieber, Schlangenbiss, Fußleiden und Diebstahl

Bauernregeln: "Peter und Paul / hat Wasser im Maul."
"Regnet es an Peter und Paul / wird des Winzers Ernte faul."
"Um Peter und Paul wird dem Korn schon mal die Wurzel faul.
"Regnet's am St. Petertag, / so drohen dreißig Regentag."
"Wenn es am Peterstag regnet, so regnet es im ganzen Schnitt."
"Peter und Paul hell und klar / bringet uns ein gutes Jahr."
"Petrus schwimmt im Schiff daher oder dahin."
"Ist's Wetter von Peter bis Laurentius heiß, / bleibt kommend' Winter lange weiß."


 

Sebastian

Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastiangrabes in Rom. Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, der dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.

Attribute: Pfeil, Bogen, der seine Brust durchbohrt, Handkreuz, Schild, Schwert und Lanze, Baumstamm

Patron von Selm in Westfalen, Stein am Kocher; der Brunnen; der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen

Bauernregeln: "An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an.
"An Fabian und Sebastian / soll der Saft in die Bäume gahn."
"Fabian, Sebastian, / da steigt der Saft den Baum hinan."
"An Fabian und Sebastian / fängt der rechte Winter an."
"Sonnenschein um Fabian und Sebastian, / lässt den Tieren das Futter ausgah'n."
"Um Fabian und Sebastian, / da nimmt auch der Tauber die Taube an."


 

Simon, der Zelote

Simon trägt den Beiname "Zelotes" - aramäisch "Kananäus", deutsch "der Eiferer" - weil er der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehörte, die gewaltsam die römischen Fremdherrscher aus Israel vertreiben wollte. Das Neue Testament nennt ihn in Aufzählungen der 12 Jünger (Matthäusevangelium 10, 4; Markusevangelium 3, 18; Apostelgeschichte 1, 13), besondere Erwähnung findet er hier sonst nicht. Seine Identifizierung mit dem Bräutigam bei der Hochzeit zu Kana (Johannesevangelium 2, 1 - 11) oder die Annahme seiner Herkunft aus Kanaan beruhen auf sprachlichem Missverständnis der Bezeichnung "Kananäus".
Manche Überlieferungen nennen Simon als Apostel unter den Juden und erzählen von seinem Martyrium; er sei enthauptet, nach anderen Quellen zersägt worden.

Attribute: Säge, Keule, Beil, Anker, Selten: Schwert, Lanze und Beil

Patron von Goslar; der Holzhauer, Waldarbeiter, Maurer, Gerber, Lederarbeiter, Weber und Färber

Bauernregeln: "Wenn Simon und Judas vorbei, / so rückt der Winter herbei."
"Simon und Juda die zwei, / führen oft Schnee herbei."
"Simon und Judä, / hängen an die Stauden Schnee."
"Simon und Judas / fegen das Laub in die Gass."
"Bevor dich Simon - Judas schaut, / pflanze Bäume, schneide Kraut."
"Es sitzen auch die heiligen Herrn, / am warmen Ofen gern."
"Wer Weizen sät am Simonstage, / dem trägt er goldne Ähren ohne Frage."


 

Thomas

Thomas war bis zu seiner Berufung als Jünger Fischer. Das Johannesevangelium beschreibt die Hingabe, die Thomas für Jesus empfand: als der nach Judäa zurückkehren wollte, wo Juden ihn hatten steinigen wollen, schloss sich ihm Thomas mit den Worten an: "Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben." (11, 5 - 16). Thomas wird in den Apostellisten aller vier Evangelien erwähnt, besonders aber bei Johannes, so auch im Bericht über das Abendmahl (Johannesevangelium 14, 1 - 7). Berühmt wurde Thomas durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, handgreiflich die Auferstehung zu überprüfen: erst nachdem Jesus ihn aufforderte, seine Wundmale zu berühren, glaubte er das Unfassbare und bekannte: "Mein Herr und mein Gott!" Damit erkannte er als erster der Jünger die göttliche Natur Christi (Johannesevangelium 20, 24 - 29).
Wohl gerade als Zweifelnden haben Volksfrömmigkeit und Legende ihn so nahe an Jesus herangerückt, dass er sogar als dessen Zwillingsbruder angesehen wird - Jesus in Aussehen und Schicksal ähnlich.

Attribute:Bart, Schwert, Lanze, Winkelmaß, Schriftrolle und Buch, Steinwürfel, Steine und Herz, selten Kelch.

Patron von Ostindien, Portugal, Goa, Urbino, Parma, Riga, der Thomas-Inseln, des Kirchenstaates; der Architekten, Geometer, Maurer, Zimmerleute, aller Bauarbeiter, der Steinhauer, Feldmesser und - wohl wegen seiner Zweifel - der Theologen; bei Rückenschmerzen; für gute Heirat

Bauernregeln (für 21. Dezember): "Wenn's St. Thomas dunkel war / gibt's ein schönes neues Jahr."
"St.Thomas bringt die längste Nacht, / weil er den kürzesten Tag gebracht."


 

Ursula

Die Legende erzählt von Ursula als der - durch ihre Schönheit weithin berühmten - Tochter des christlichen Königs Maurus. Schon in jungen Jahren habe sie sich ewiger Jungfräulichkeit verschrieben, ihr Vater aber verlobte sie mit dem englischen Fürstensohn Aetherius. Dem sei vom Kaiser für erwiesene Treue ein Stück Land - die heutige Bretagne in Frankreich - geschenkt worden; hier wollte er sich nach seiner Eheschließung niederlassen. Ursula erbat drei Jahre Frist; in dieser Zeit sollte Aetherius im christlichen Glauben unterrichtet und getauft werden. Sie selbst wolle sich mit zehn erlesenen Jungfrauen, denen sie selbst als elfte angehören wolle, vorbereiten: zu ihnen sollten sich je tausend weitere Jungfrauen gesellen, sie alle sollen geweiht und getauft, aber auch in ritterlichen Spielen ausgebildet werden und einen Schwur auf neue Ritterschaft leisten; Schiffe sollten gebaut werden, weltliche und geistliche Beschützer, darunter die Bischöfe Pantalus und Maurisius von Sizilien, sollten die Jungfrauen auf einer Fahrt nach Rom begleiten. Zu den Vorbereitungen für diese Reise kam auch == Gerasina, die verwitwete Königin von Sizilien und Schwester von Ursulas Mutter Daria, mit ihrem Sohn und den vier Töchtern, die sich den Jungfrauen anschlossen.

Attribute: Pfeil, Schiff, Licht der klugen Jungfrauen

Patronin von Köln; der Jungfrauen; der Jugend, der Lehrerinnen, Erzieherinnen und Tuchhändler; der Universitäten von Köln, Wien und Coimbra; in Kriegszeiten; für eine gute Ehe, für ruhigen Tod; gegen Kinderkrankheiten und die Qualen des Fegefeuers

Bauernregeln: "St. Ursulas Beginn / zeiget auf den Winter hin."
"St. Ursula will uns sagen / bald könnt' das Feld Schnee tragen."
"An Ursula muss das Kraut herein, / sonst schneien Simon und Juda hinein."
"Wie der St.Ursula-Tag anfängt, so soll der Winter beschaffen sein."


 

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